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Ratgeber Neurodermitis

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Neurodermitis
Was ist Neurodermitis?

Der Begriff Neurodermitis geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Bei Neurodermitis kommt es in der Regel zu Rötungen, die mit Juckreiz verbunden sind. Um den Juckreiz zu lindern können Neurodermitiker auf bestimmte Pflegemittel oder Entspannungstechniken zurückgreifen. Neurodermitis wird auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt. Atopiker sind Menschen, die auf bestimmte Allergene reagieren. So können Allergien auf bestimmte Umwelteinflüsse eine Neurodermitis begünstigen oder verstärken. Neurodermitis ist nicht ansteckend und hat meist einen schubhaften Verlauf, sodass es auch symptomfreie Zeiträume gibt. In der Regel sind vor allem Kinder und Jugendliche von Neurodermitis betroffen.

Bei der Entstehung von Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, können mehrere Faktoren Einfluss nehmen. Es kann z. B. zu einer Überreaktion des Immunsystems auf körperfremde Stoffe (Atopie) kommen. Auch kann es u. U. aufgrund einer genetischen Disposition in Familien vermehrt zur Entstehung von Neurodermitis kommen. Eine Rolle dabei spielt z. B. das Protein Filaggrin. Eine Mutation in diesem Gen kann die Entstehung von Neurodermitis beeinflussen. Wobei die Veranlagung allein noch nicht zur Ausprägung von Neurodermitis führen muss, sondern auch innere und äußere Faktoren einen Einfluss haben. Wenn z. B. Allergien auf Nahrungsmittel, Hausstaub oder Pollen vorliegen, können diese eine Neurodermitis begünstigen.

Therapie Neurodermitis

Da die Haut bei Neurodermitis sehr trocken und sensibel ist, ist eine Basispflege in der Therapie vorgegeben. In dieser wird die Haut mit verschiedenen Salben und Cremes behandelt. Der Betroffene sollte darauf achten, dass die Salben oder Cremes keine Inhaltsstoffe enthalten, die die Haut ggf. noch zusätzlich austrocknen oder den Säureschutzmantel angreifen. Darüber hinaus können bei stark entzündlichen Ekzemen wirkstoffhaltige Salben eingesetzt werden. Diese können z. B. Kortison beinhalten und so der Entzündung entgegenwirken. Eine weitere Therapieoption ist z. B. die Phototherapie, die in Absprache mit dem Arzt erfolgt und bei der die Ekzeme des Betroffenen mit UV-Licht bestrahlt werden.

Diagnose Neurodermitis

In der Diagnose der Neurodermitis wird in der Anamnese nach den möglichen Auslösern gesucht und nach möglichen familiären Vorbelastungen gefragt. Die körperliche Untersuchung der betroffenen Stellen gibt bei der Diagnose der Neurodermitis wichtige Hinweise. So haben die Betroffenen ggf. Ekzeme in den Armbeugen, im Gesicht, an den Ellenbogen oder in den Kniekehlen. Generell ist die Haut des Betroffenen meist schuppig und trocken. Das Hertoghe-Zeichen und der Dermographismus sind weitere körperliche Anzeichen, dass eine Neurodermitis vorliegen kann. Es wird des Weiteren u. U. ein Allergietest durchgeführt, um mögliche Auslöser der Neurodermitis und ggf. deren Verschlechterung zu ermitteln.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, bei der es schubweise zu stark juckenden Hautrötungen bzw. Ekzemen kommt. Der Name “Neurodermitis” wurde von den Ärzten des 19. Jahrhunderts gewählt, da sie annahmen, dass die Ekzeme auf der Haut durch eine Nervenentzündung verursacht werden. Inzwischen weiß man, dass dies nicht der Fall ist. Dennoch wird der Name auch weiterhin für die Erkrankung verwendet.

In der medizinischen Fachsprache ist die Neurodermitis heute unter dem Namen atopische Dermatitis oder als atopisches Ekzem bekannt. Das Wort atopisch deutet auf die tatsächliche Ursache der Neurodermitis hin. Atopisch bzw. Atopie bedeutet, dass ein Mensch zu Überempfindlichkeitsreaktionen neigt. Bei Kontakt mit eigentlich harmlosen Stoffen reagiert das Immunsystem, als handele es sich um gefährliche Substanzen und bekämpft diese dementsprechend. Es kommt zu einer allergischen Reaktion vom Soforttyp (Allergie Typ I).

Vor allem Kinder und Jugendliche leiden an Neurodermitis

18.000 Kinder und Jugendliche wurde im Rahmen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys untersucht. Diese Studie ergab, dass rund 13 % der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren an Neurodermitis erkrankt sind. Die Prävalenz, d. h.. die Erkrankungshäufigkeit bei den Menschen zwischen 18 und 80 Jahren liegt deutlich darunter. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass ca. 3 % der Menschen dieser Altersgruppe in Deutschland an Neurodermitis leiden.

Pruritus bei Neurodermitis

Der Juckreiz wird in der Medizin auch Pruritus genannt. Ein Auslöser für den Juckreiz bei Neurodermitis kann trockene Haut sein. Weitere Faktoren, die zu Juckreiz führen können, können Stress oder andere psychische Belastungen (z. B. Trauer) sein. Trockener Haut kann i. d. R. mit Badeölen und Duschgels begegnet werden, die rückfettend wirken. Um den Juckreiz zu lindern, kann der von Neurodermitis Betroffene unterschiedliche Maßnahmen ergreifen. So kann z. B. die betroffene Stelle mit einem feuchten Tuch gekühlt werden. Es können auch Ablenkungen vom Juckreiz initiiert werden. Yoga, Meditationsübungen oder autogenes Training können ggf. als Entspannungstechniken vom Neurodermitis Betroffenen eingesetzt werden. Bei Kindern könnte auch ein Kratzklotz mit runden Kanten die Auswirkungen des Kratzens mildern.

Andrea Kirchner

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