Ratgeber Neurodermitis
Informationen für Betroffene und interessierte
Neurodermitis
Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, bei der es schubweise zu stark juckenden Hautrötungen bzw. Ekzemen kommt. Der Name Neurodermitis wurde von den Ärzten des 19. Jahrhunderts gewählt, da sie annahmen, dass die Ekzeme auf der Haut durch eine Nervenentzündung verursacht werden. Inzwischen weiß man, dass dies nicht der Fall ist. Dennoch wird der Name auch weiterhin für die Erkrankung verwendet.
In der medizinischen Fachsprache ist die Neurodermitis heute unter dem Namen atopische Dermatitis oder als atopisches Ekzem bekannt. Das Wort atopisch deutet auf die tatsächliche Ursache der Neurodermitis hin. Atopisch bzw. Atopie bedeutet, dass ein Mensch zu Überempfindlichkeitsreaktionen neigt. Bei Kontakt mit eigentlich harmlosen Stoffen reagiert das Immunsystem, als handele es sich um gefährliche Substanzen und bekämpft diese dementsprechend. Es kommt zu einer allergischen Reaktion vom Soforttyp (Allergie Typ I).
Vor allem Kinder und Jugendliche leiden an Neurodermitis
Im Jahr 2007 wurden 18.000 Kinder und Jugendliche im Rahmen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys untersucht. Diese Studie ergab, dass rund 13 % der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren an Neurodermitis erkrankt sind. Die Prävalenz, d. h. die Erkrankungshäufigkeit, bei den Menschen zwischen 18 und 80 Jahren liegt deutlich darunter. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass ca. 3 % der Menschen dieser Altersgruppe in Deutschland an Neurodermitis leiden.